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Kap Sounion

Von Athen aus sind es lediglich 63 Kilometer bis zur äußersten Landspitze von Attika. Hier, wo sich schon der legendäre König Ägeus aus Trauer (aber tragischer Weise grundlos) in die Fluten des nach ihm benannten Meeres stürzte, standen schon seit frühesten Zeiten Heiligtümer von Poseidon und Athene, die der Legende nach über die Vorherrschaft über Attika stritten. Vor allem der Poseidontempel war, wie wir von Homer wissen, stark frequentiert: Abfahrende Seeleute erbaten hier den Wohlwollen und Schutz des als unberechenbar geltenden Meeresgottes, ankommende Seeleute brachten ihm aus Dank für eine gut überstandene Seereise Opfergaben dar.

Der schon früh befestigte Ort Kap Sounion verfügte über einen wichtigen Hafen mit angeschlossenem Sklavenmarkt. Vom ausgedehnten Handel auch mit fremden Ländern zeugen Funde vom Kap und auch die antiken Schiffsanlegeplätze aus dem vierten Jahrhundert v. Chr., die auch heute noch sichtbar sind. Größter Touristenmagnet aber ist und bleibt der Poseidontempel, der zum Teil noch recht gut erhalten in exponierter Lage am Kap steht. Am späten Nachmittag und vor allem am Abend sammeln sich hier viele Touristen um dabei zuzusehen, wie die Sonne rotglühend hinter dem Tempel im Meer versinkt. Den Ausflug zum Kap muss man übrigens nicht zwangsläufig irgendwo buchen: Ab Athen fährt ein Linienbus in Richtung Sounion – die wohl günstigste Art, diesen schönen und unvergesslichen Halbtagesausflug zu unternehmen.

Poseidontempel

Poseidontempel @iStockphoto/Grigorios Moraitis

Übrigens: Nicht erst seit heute pflegen Besucher die Sitte, ihre Namen in die antiken Säulen und Wände zu ritzen. Prominentester Vertreter dieser „Schmierfinken“ war Lord Byron, britischer Dichter und Admiral.