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Kreta

Kreta, die größte der griechischen Inseln, auf die Schnelle beschreiben zu wollen ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit: Keine andere Insel Griechenlands ist so anders und so vielfältig wie das Eiland zwischen Europa und Afrika.

Das sehen die Einwohner Kretas genauso und vertreten im Übrigen ganz wie die hiesigen Bayern die Ansicht „mir san mir“. Die mehr als 8000 km² große Insel kann man grob in vier Regionen unterteilen: Die meisten Städte und Hotels findet man im Norden, dort wo die Touristenzentren an den langen Sandstränden liegen und nicht nur die Inselhauptstadt Heraklion für willkommene Unterhaltung sorgt. Ganz das Gegenteil ist der Süden Kretas: Hier finden sich fast ausschließlich Bergland, Steilküste und nur wenige kleinere Orte, die zum Teil nur per Boot erreichbar sind. Der Westen und Osten der Insel ist bis auf wenige Ausnahmen touristisch weniger gut erschlossen als der Nordteil. Hier gibt es kaum Hotels, dafür aber viele Pensionen und auch Campingplätze. Wer individuell reist und einen Strand auch einmal ganz für sich genießen möchte, ist hier richtig.

Kreta ist wie ein „Land im Land“, alle wichtigen und sehenswerten Ecken vorzustellen, ist hier nicht möglich. Zwischen den zahlreichen archäologischen Stätten, den vielen Klöstern und den spektakulären Schluchten gibt es schlichtweg viel zu viel zu sehen – ein einziger Urlaub würde auch nie ausreichen, um Kreta für sich zu entdecken. Allein wer archäologisch interessiert ist, hat die Wahl zwischen mehr als 30 wichtigen Stätten, unter ihnen so sehenswerte Orte wie Knossos mit seinem minoischen Palast oder Frangokastello mit seinem beeindruckenden venezianischen Kastell. Aktivurlauber haben die Qual der Wahl: Wandern gehen oder Schnorcheln? Skifahren oder Schwimmen? Golfen oder Reiten? Am schönsten ist Kreta übrigens im Frühling, wenn die Sonne noch nicht ganz so unbarmherzig herunterbrennt und die Abermillionen von Wildblüten die Insel in eine bunte, duftende Wolke hüllen, während die Wildkräuter um die Wette duften.

Kreta

Kreta @iStockphoto/Ivan Bastien

Zu den drei wichtigsten Städten Kretas gehören Heraklion, Chaniá und Réthimnon, alle drei an der Nordküste gelegen, alle drei sehr unterschiedlich. Heraklion, auch Iraklio genannt, ist die Hauptstadt von Kreta. Die Stadt ist benannt nach Herakles, der hier an Land ging, um den kretischen Stier zu fangen und fasziniert mit seinen gut erhaltenen, venezianischen Bauten ebenso wie mit seiner lebendigen Marktstraße und dem vielfältigen Kultur- und Sportangebot. Auch Chaniá blickt auf eine venezianisch geprägte Vergangenheit zurück, wirkt aber mit ihrer lebendigen Markthalle und den venezianischen Herrenhäusern, der Janitscharenmoschee und dem wundervoll verwinkelten alten Judenviertel eher wie ein Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen. Den größten venezianischen Einfluss zeigt wohl Réthimnon mit seinem venezianischen Hafen: Wer hier an den Herrenhäusern und der Kaimauer entlang schlendert, wähnt sich geradewegs in Venedig – nur die Gondeln fehlen noch.

Trotz dieser zum Teil erheblichen Kontraste verbindet auf Kreta eines: Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Menschen, die sich ihrer besonderen Herkunft – die minoische Kultur war schließlich die erste europäische Hochkultur überhaupt – sehr bewusst sind und ihre Traditionen, zum Beispiel die Mantinades, mit Stolz bis heute fortführen. Apropos Stolz: Der gebietet es auch, dass man auf Kreta eine Waffe trägt was dazu beiträgt, dass es mindestens eine illegale Waffen in beinahe jedem Haushalt der Insel gibt.

Ach übrigens: Wussten Sie schon, dass es auf Kreta auch mal Elefanten gab? Man kann sich heute zwar nur schwer vorstellen, wie die Zwergelefanten mit ihren langen Stoßzähnen die schmalen Ziegenpfade entlang trampelten – andererseits gibt es ja aber auch breitere Wege und Afrika ist auch gar nicht so weit entfernt…